WIE ALLES ENTSTANDEN IST

Die Idee dieses Projektes entstand 2004 in der Casa Criança Querida, einer Tagesstätte für HIV-positive Kinder und ihre Familien am Stadtrand von São Paulo. Wir lernten die älteren Geschwister der Kindergartenkinder auf den Jahreszeitenfesten und auf den Kinder- und Jugendreisen kennen und sahen ihre große Not und Verantwortung für kranke Eltern, kleinere Geschwister und oft das Einkommen der Familie. Ihnen den großen Wunsch nach einer etwas kindgerechteren Kindheit zu erfüllen, das Recht auf Schule und Freude am Lernen zurück zu geben, sie zu erlösen von dem harten Alltag zwischen Kriminalität und Chaos der Randgebiete der Millionenstadt São Paulos, sie zu unterstützen im Leben waren  unsere größten Motivationen zur Gründung des CIRCO PONTE DAS ESTRELAS.

Zunächst "spielten" wir auf einer Reise mit den Jugendlichen Circus: Wir nähten Jonglierbälle und erlernten die ersten Würfe... sprangen Seil, machten Akrobatik und erzählten und führten am Ende der Ferienwoche ein kleines Stück für die kleinen Geschwister und die anderen Mitarbeiter auf. Die Begeisterung über das Erlernte und Gelungene war so groß, dass die Jugendlichen zu erkennen gaben, dass sie weiter machen wollten. So trafen wir uns nach den großen Sommerferien ab Februar 2005 jeden Tag in der Tagesstätte und alle zwei Wochen samstags und sonntags zum gemeinsamen Training. Innerhalb von 4 Monaten entwickelte die Gruppe ein 90-minütiges Circusprogramm, das auf einer zweiwöchigen Tournee im Juli 2005 in verschiedenen sozialen Einrichtungen in São Paulo mit sehr großem Erfolg zur Aufführung kam, - unsere erste Tournee! -

Im Jahre 2006 gründeten wir einen eigenen Verein, die ASSOCIAÇÃO COMUNITÁRIA PONTE DAS ESTRELAS.

Seitdem setzten wir unsere Arbeit fort, haben in den siebzehn Jahren mehr als 350 Aufführungen gegeben und waren schon zwei Mal in Europa (Deutschland, Holland, Schweiz) unterwegs!

Die Teilnehmer sind weiterhin sowohl Geschwister der Kleinkinder des Mutterprojektes Casa Criança Querida, als auch Jugendliche, die über Sozialarbeiter unseres Stadtteiles zu uns kommen. Viele bleiben über mehrere Jahre in unserem Circus und verabschieden sich erst, wenn sie die Schule abgeschlossen haben und einen neuen Lebensabschnitt antreten. Mit fast allen ehemaligen Artisten haben wir Kontakt und freuen uns zu sehen, wie selbstständig sie ihr Leben in die Hand nehmen. Einige von ihnen sind mit Hilfe der “Freunde der Erziehungskunst Rudolf Steiners e.V.” nach Deutschland gegangen, um dort für ein Jahr freiwillige Sozialarbeit zu leisten, manche bleiben dort und machen eine Ausbildung, andere studieren, wieder andere haben eine solide Arbeit gefunden.